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Sonntagsausfahrt über die Forch nach Rapperswil – oder: Wie der Akku den inneren Schweinehund besiegte

Sonntagmorgen, halb zehn in Zürich. Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern, und ich habe wieder einmal die glorreiche Idee, eine „gemütliche Ausfahrt“ zu unternehmen. Natürlich mit dem E-Bike – denn die Zeiten, in denen man sich den Forchberg hochgeschwitzt hat wie ein Walross im Fitnessstudio, sind vorbei. Heute geht’s sportlich elegant bergauf – mit Stil, Strom und einem leisen Surren aus der Hinterradnabe.

Startschuss am Bellevue

Noch schnell ein Blick auf den Zürichsee – man muss ja wissen, worauf man sich nachher wieder freut – und schon geht’s los, hinauf Richtung Forch. „Ganz locker rauf“, denke ich, während ich den Turbo-Modus aktiviere. Der innere Schweinehund meckert kurz, doch ich übertöne ihn souverän mit dem Geräusch des Elektromotors. Oben angekommen, schnauft nur das Bike ein bisschen. Ich selbst? Frisch wie der Morgentau. Das ist das Schöne am elektrischen Zeitalter – man kann bergauf fahren und dabei immer noch souverän aussehen.

Am Pfannenstiel – Alpenkino gratis

Die Aussicht ist ein Traum: Zürichsee unten, Glarner Alpen hinten, dazwischen goldene Wälder. Ich halte kurz an, tue so, als würde ich den Moment bewusst geniessen – in Wahrheit überprüfe ich nur den Akkustand und mache das Foto für den Blog. Läuft. Noch 83%. Also weiter.

Forch

Die Abfahrt – ein Stück Freiheit auf zwei Rädern

Den Pfannenstiel hinunter nach Rapperswil – das ist kein Radweg, das ist eine persönliche Heldenfahrt. Ich lasse laufen, der Fahrtwind zieht, die Brille wackelt, und ich grinse wie jemand, der gerade entdeckt hat, dass bergab der eigentliche Sinn des Lebens liegt.

Kaffeepause am See

In Rapperswil angekommen, steuere ich zielsicher ein Café am Ufer an. E-Bike parken, Sitzplatz mit Aussicht sichern, Kuchen bestellen – das heilige Dreigestirn des Genussradelns. Ich gönne mir ein Stück Apfelwähe und nicke zufrieden. Der Akku lädt nicht nur das Bike, sondern auch das Ego.

Rückweg entlang der Goldküste

Zwischen Rebbergen und Villen, in denen vermutlich mehr Solarpanels als Bewohner wohnen, surrt das Rad leise dahin. Der See glitzert, die Sonne wärmt, und ich rolle wie ein Gentleman mit Drehmoment.

Zielgerade Seefeld – Bürkliplatz – Stauffacher

Die Stadt empfängt mich mit mildem Mittagslicht. Ich rolle entspannt über den Asphalt und denke: „Das war ja gar nicht so anstrengend.“ Und genau das ist das Beste daran. Ich steige ab, klopfe dem E-Bike liebevoll auf den Sattel und sage: „Gut gemacht, mein neuer Freund – das war Teamarbeit.“

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